Formula Student ist ein internationaler, studentischer Konstruktionswettbewerb, in dem Teams aus aller Welt mit ihren selbst entwickelten Rennwagen gegeneinander antreten. Bewertet wird dabei nicht nur die reine Rundenzeit, sondern das gesamte Fahrzeugkonzept – von der Konstruktion über das Kostenmanagement bis hin zur Fahrperformance auf der Strecke.
Der High-Voltage Motorsports e.V. vertrat die FAU Erlangen-Nürnberg bis 2020 in der Verbrennerklasse und startet seitdem mit elektrisch angetriebenen sowie fahrerlosen Fahrzeugen. Weltweit werden Formula-Student-Events unter anderem auf berühmten Rennstrecken ausgetragen – von der Formula Student Germany am Hockenheimring bis zur traditionsreichen Strecke Silverstone.
Am Beispiel der Formula Student Germany möchten wir Ihnen im Folgenden einen Überblick über die verschiedenen Bewertungsdisziplinen (Statics & Dynamics) und den typischen Ablauf eines Events geben.
Cost and Manufacturing
|100 Punkte
Im Cost & Manufacturing Event wird das Verständnis der Teams für Fertigungsprozesse, Kosten und CO₂-Emissionen ihres Fahrzeugs bewertet. Grundlage dafür sind detaillierte Cost Report Documents (CRD), in denen der gesamte Fahrzeugaufbau sowie die zugehörigen Kosten- und Emissionsdaten dokumentiert werden. Während des Events wird das Fahrzeug direkt mit der Jury besprochen, wobei besonders die Stückliste, Fertigbarkeit sowie das allgemeine Kostenverständnis im Fokus stehen. Zusätzlich wird geprüft, wie gut die Teams realistische Kostenmodelle anwenden und Herstellungsentscheidungen begründen können.
Business Plan
|75 Punkte
Im Business Plan Presentation Event gründen die Teams eine fiktive Firma rund um ihr entwickeltes Fahrzeug und präsentieren dieses als Investitionsprojekt vor einer Jury, die potenzielle Investoren darstellt. Ziel ist es, ein überzeugendes, gewinnorientiertes Geschäftsmodell zu entwickeln, das klar zeigt, wie das Fahrzeug oder ein konkreter Bestandteil davon wirtschaftlich genutzt werden kann. In einer zehnminütigen Präsentation wird erläutert, wie der Nutzen für Kunden aussieht und wie das Geschäftsmodell aufgebaut ist. Anschließend folgt eine fünfminütige Fragerunde, in der das Konzept sowie die Argumentation der Teams kritisch geprüft und bewertet werden.
Engineering Design
|150 Punkte
Im Engineering Design Event wird der gesamte Entwicklungsprozess des Fahrzeugs bewertet. Grundlage ist eine technische Dokumentation, in der das Fahrzeugkonzept, wichtige Konstruktionsentscheidungen sowie Entwicklungs- und Validierungsmethoden beschrieben werden. Während des Events erklären die Teams ihr Fahrzeug direkt am Auto und diskutieren ihre technischen Lösungen mit den Judges. Entscheidend ist dabei nicht nur die Qualität der Umsetzung, sondern vor allem das Verständnis der Studierenden für ihre Designentscheidungen und deren Einfluss auf Performance, Zuverlässigkeit und Fertigbarkeit.
Skidpad
| 75 Punkte
Im Skid Pad Event fahren die Fahrzeuge eine liegende Acht aus Pylonen, wobei jeweils die zweite Runde pro Kreis gewertet wird. Die Rundenzeit zeigt die maximal mögliche Querbeschleunigung des Fahrzeugs. Entscheidend sind vor allem ein gut abgestimmtes Fahrwerk, passende Reifen und hoher mechanischer Grip. Auch die Fahrzeugbalance und eine saubere Abstimmung der Dämpfer sind wichtig. Umgestoßene Pylonen führen zu Zeitstrafen.
Acceleration
| 75 Punkte
Im Acceleration Event wird die Beschleunigung des Fahrzeugs aus dem Stand über eine 75 Meter lange Gerade gemessen. Neben guter Traktion ist vor allem eine passende Auslegung von Antrieb, Motorleistung und Drehmoment entscheidend. Ziel ist es, die maximale Kraft möglichst effizient auf die Strecke zu bringen. Die schnellsten Fahrzeuge schaffen die Distanz in unter vier Sekunden und erreichen über 100 km/h.
Autocross
| 100 Punkte
Im Autocross Event fahren die Fahrzeuge eine etwa einen Kilometer lange Strecke mit Geraden, Kurven und Schikanen. Eine schnelle Rundenzeit zeigt gute Fahrdynamik sowie ein starkes Zusammenspiel aus Beschleunigung, Bremsen und Handling. Entscheidend sind ein präzises Fahrwerk-Setup, guter Grip und eine stabile Fahrzeugbalance, aber auch ein guter Fahrer, der das Fahrzeug am Limit kontrolliert bewegt.
Endurance + Efficiency
| 250 + 75 Punkte
Die Endurance gilt als Königsdisziplin und wird nur von wenigen Fahrzeugen vollständig beendet. Über 22 Kilometer muss das Fahrzeug seine Ausdauer, Effizienz und Gesamtperformance unter realistischen Bedingungen beweisen. Die Strecke ist anspruchsvoll und verlangt dem Fahrer über die gesamte Distanz viel ab, da nicht nur eine schnelle Runde gefahren wird, sondern konstant Leistung, Konzentration und Kontrolle gefragt sind. Bewertet werden dabei Beschleunigung, Geschwindigkeit, Handling, Fahrdynamik sowie Energieverbrauch und Zuverlässigkeit. Während des Rennens findet nach 11 Kilometern ein Fahrerwechsel statt, und zeitweise sind bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig auf der Strecke unterwegs.
Der Driverless Cup ist eine zusätzliche Wettbewerbsklasse in der Formula Student, bei der die Fahrzeuge sich autonom auf der Rennstrecke zurechtfinden müssen. Dabei stehen vor allem Software, Sensorik und KI im Fokus, die es dem Auto ermöglichen, seine Umgebung zu erkennen und sicher sowie schnell zu navigieren.
Engineering Design
| 75 Punkte
Im Skid Pad Event fahren autonome Fahrzeuge eine liegende Acht aus Pylonen, wobei jeweils die zweite Runde gewertet wird. Die Zeit steht für die erreichbare Querbeschleunigung im autonomen Betrieb. Wichtig sind vor allem zuverlässige Trajektorienführung, stabile Regelung und ausreichend Grip. Zudem muss das System die Strecke präzise erkennen und konstant fahren. Umgestoßene Pylonen führen zu Zeitstrafen.
DV Acceleration
| 75 Punkte
Im Acceleration Event wird die Beschleunigung des autonomen Fahrzeugs aus dem Stand über die Start-Ziel-Gerade gemessen. Wichtig sind eine präzise Antriebsregelung und eine stabile Software für die Beschleunigung. Das Fahrzeug muss die Pylonen erkennen und die Fahrspur exakt halten, da die Strecke eng begrenzt ist und Fehler schnell zu einem Unfall führen können. Ziel ist eine kontrollierte, stabile Geradeausfahrt bei maximaler Leistung.
DV Skidpad
| 75 Punkte
Im Skid Pad Event fahren autonome Fahrzeuge eine liegende Acht aus Pylonen, wobei jeweils die zweite Runde gewertet wird. Die Zeit steht für die erreichbare Querbeschleunigung im autonomen Betrieb. Wichtig sind vor allem zuverlässige Trajektorienführung, stabile Regelung und ausreichend Grip. Zudem muss das System die Strecke präzise erkennen und konstant fahren. Umgestoßene Pylonen führen zu Zeitstrafen.
DV Autocross
| 100 Punkte
Im Autocross Event fährt das autonome Fahrzeug eine etwa 500 Meter lange Strecke mit Geraden, Kurven und Schikanen. Wichtig sind eine präzise Trajektorienplanung, zuverlässige Umfelderkennung und ein stabiles Regelverhalten. Das System muss die Strecke korrekt erfassen und sicher sowie schnell durch alle Abschnitte navigieren. Auch hier führen umgestoßene Pylonen zu Zeitstrafen und beeinflussen die Platzierung deutlich.
DV Trackdrive
| 200 Punkte
Der Trackdrive ist eine der wichtigsten dynamischen Disziplinen im Driverless Cup und bringt die höchste Punktzahl im Wettbewerb. Auf einer Strecke von 10 Runden muss das autonome Fahrzeug seine Zuverlässigkeit, Ausdauer und Performance unter Dauerbelastung ohne Fahrer beweisen. Die Strecke muss in einem einzigen Stint absolviert werden, ohne Unterbrechung oder Eingriffe. Umgestoßene Pylonen werden nicht wieder aufgestellt, was die Bedingungen zusätzlich erschwert.



















